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Clevere Datenbeschriftungen

Datenpunkte in Diagrammen direkt zu beschriften ist in der Regel leserfreundlicher als eine seitliche Skala. Die Skala erscheint in Excel automatisch und ist daher häufig in Berichten und Präsentationen anzutreffen. Sie zwingt den Leser der Grafik jedoch zu anstrengenden Augenbewegungen zwischen Datenpunkten und Skala.

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Bei direkter Beschriftung verweilt das Auge dagegen ruhig auf den Datenpunkten. Die Leser Ihrer Grafiken können sich besser auf die Inhalte(!) konzentrieren. Leider sind die Standardbeschriftungen in Excel teilweise zu unflexibel und liefern dadurch unschöne Resultate. Bei Liniendiagrammen kommt es beispielsweise oft zu Überschneidungen zwischen Beschriftung und Linie, wodurch die Zahlen im schlechtesten Fall nicht mehr ablesbar sind.

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Excel bietet zwar verschiedene Beschriftungspositionen an (oben, unten, rechts, links, zentriert). Diese werden aber immer für alle Datenpunkte gleichzeitig angewendet, obwohl eine individuelle Ausrichtung pro Datenpunkt sinnvoller wäre. Selbstverständlich lassen sich die Beschriftungen manuell verschieben. Dies kann aber ebenfalls Probleme verursachen, weil die manuelle Position nach dem Aktualisieren der Daten meist nicht mehr passt.

Abhilfe schafft ein kleiner Trick: Mit einer unsichtbaren Hilfsdatenreihe wird eine Datenbeschriftung erzeugt, die sich automatisch richtig positioniert. Im Falle des Liniendiagramms kann für jeden Punkt errechnet werden, ob es sich um einen „Knick“ nach oben oder nach unten handelt. Dazu vergleicht eine Formel jeden Datenpunkt mit dem Mittelwert seiner beiden Nachbarn. Bei anderen Diagrammtypen können an dieser Stelle natürlich ganz andere Formeln stehen.

Mit folgenden Arbeitsschritten erzeugen Sie eine clevere Beschriftung für Liniendiagramme:

  • Formeln zum Verschieben der Beschriftung nach oben (+1) oder unten (-1) anlegen
  • Hilfsdatenreihe „Label“ für Datenbeschriftung berechnen (Höhe der Punkte)

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  • Datenreihe „Label“ in das Diagramm einfügen, Punkte und Verbindungslinie unsichtbar formatieren und eine zentrierte Datenbeschriftung einblenden

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  • erstes Beschriftungsfeld der neuen Datenreihe zweimal anklicken (nicht doppelklicken), so dass das einzelne Beschriftungsfeld markiert ist
  • „=“ eintippen und auf die Tabellenzelle klicken in der der anzuzeigende Wert steht (z. B. Wert für Januar), dann mit Enter bestätigen (es entsteht eine sogenannte verknüpfte Beschriftung)
  • restliche Datenpunkte mit den entsprechenden Tabellenzellen verknüpfen

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Fertig 🙂

Tipp: Seit Excel-Version 2013 gibt es die Beschriftungsoption „Wert aus Zellen“, mit der sich das gewünscht Ergebnis viel schneller erreichen lässt.

 

 

 

 

 

Small Multiples in Excel – klein aber fein

„Small Multiples“ sind Abbildungen, die eine Datenmenge in mehreren kleinen Diagrammen gleichen Typs darstellen. Dies ist oft übersichtlicher als dieselben Daten in einem einzigen, komplexeren Diagramm zu vermischen. Aussagekraft und Überblick ergeben sich in diesem Fall durch die Gesamtheit der Diagramme.

Ob ein Small Multiple günstiger ist als ein Einzeldiagramm mit mehreren Datenreihen hängt vom Anwendungsfall ab. Gestapelte Säulen- und Balkendiagramme heben visuell die Summe hervor. Small-Multiple-Diagramme setzen den visuellen Fokus auf die einzelnen Datenreihen.

Wird beispielsweise der Konzernumsatz als gestapeltes Säulendiagramm gezeigt (1 Diagramm mit 4 Datenreihen), so ist der Gesamtumsatz sehr gut ablesbar, weniger die genaue Entwicklung einzelner Produktgruppen.

Werden hingegen 4 Einzeldiagramme (mit je einer Datenreihe) für die Produktgruppen gezeigt, dann ist die Umsatzentwicklung je Produktgruppe ist sehr gut ablesbar. Auch zusätzliche Details wie Abweichungsanzeigen auf Ebene Produktgruppe sind problemlos möglich.

Ein guter Überblick ergibt sich allerdings nur dann, wenn alle Einzeldiagramme der Small-Multiple-Abbildung konsequent vereinheitlicht werden. Besonders wichtig ist dabei eine einheitliche Skalierung (einheitlicher Maßstab). Hervorhebungen verbessern die Aussagekraft, z. B. mit den Signalfarben grün und rot für positive (erwünschte) bzw. negative (unerwünschte) Abweichungen.

Excel besitzt leider keine besondere Funktionalität für solche Abbildungen. Dennoch lassen sich mit einigen Arbeitsschritten problemlos Small Multiples nach eigenen Anforderungen erstellen.

Diagramm erstellen

  • Diagrammtyp: gruppierte Balken
  • Datenreihen: Hauptdatenreihe und MinMax-Datenreihe für einheitliche Skalierung

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Diagramm formatieren

  • Datenbeschriftung hinzufügen
  • Datenreihen formatieren… Reihenachsenüberlappung: 100% / Abstandsbreite: 50% / Farbe Balken: einfarbige Füllung = grün, invertieren falls negativ, zweite Farbe = rot / Farbe MinMax: keine Füllung

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  • Achse formatieren… Achsenoptionen: Kategorien in umgekehrter Reihenfolge / Linie: einfarbige Linie, schwarz / Beschriftungsposition: niedrig
  • Diagrammbereich formatieren… Füllung: keine Füllung / Rahmen: keine Linie / Schriftgrad: 8 pt

small-mutliples-abb-3Diagramm positionieren

  • Diagrammfläche (außen) und Zeichnungsfläche (innen) mit Alt-Taste an Zellen ausrichten

Diagramme kopieren

small-mutliples-abb-4Datenquelle pro Diagramm anpassen

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Fertig 🙂

 

Tipp: In einem der nächsten Artikel wird noch eine zweite Methode vorgestellt, mit der sich Small Multiples für einfache Anwendungsfälle noch schneller erzeugen lassen.

 

 

 

 

Bullet Graphs: 5 Nachteile die Sie vermeiden können

Was sind Bullet Graphs und wo werden sie eingesetzt?

Kennzahlenübersichten in Dashboards werden durch Visualisierung leichter verständlich. Die Umsetzung ist jedoch schwierig, weil Standarddiagramme für diese Aufgabe ungeeignet sind. Bullet Graphs, eine Sonderform der Balkendiagramme, wurden von Stephen Few speziell für Dashboards entwickelt. Sie sind grundsätzlich sehr gut für diesen Zweck geeignet, besitzen aber in Ihrer bekannten Form (siehe Abb.1 und Abb.2) einige Nachteile, die wir in unseren Projekten durch eine abgewandelte, optimierte Form der Visualisierung gelöst haben.

Abb.1: Die Bestandteile eines Bullet Graphs, wie er regelmäßig in Dashboards eingesetzt wird

  • Bullet Graphs sind eine besondere Form von Balkendiagrammen.
  • Sie vergleichen eine dargestellte Kennzahl mit einem Zielwert.
  • Außerdem werden durch Hintergrundfarben zusätzliche qualitative Informationen zugeordnet.
  • Bullet Graphs werden häufig in Dashboards verwendet. Sie ersetzen platzsparend die Tachometer.
  • Bullet Graphs können horizontal oder vertikal ausgerichtet sein.

Abb.2: Dashboards mit Bullet Graphs, wie sie häufig empfohlen und eingesetzt werden

5 Nachteile dieser Bullet Graph Darstellung

  • Die Grafiken werden schnell unübersichtlich, weil viele Detailinformationen gezeigt werden, die nicht unbedingt nötig und teilweise gar nicht verfügbar sind, z. B. die qualitative Aussage „schlecht, mittel, gut“. Dieser Nachteil tritt vor allem auf, wenn viele Bullet Graphs auf einer Seite stehen (Liste von Kennzahlen).
  • Abweichungen vom Ziel sind nicht visualisiert und daher schwer erkennbar. Leicht ablesbar ist nur, ob der Ist-Balken den Zielwert überschreitet. Für die Betrachter wäre aber weiterhin wichtig, ob die Überschreitung gut oder schlecht ist und wie groß die Abweichung ist.
  • Farbige Hintergrundflächen lenken den Betrachter von der eigentlichen Hauptinformation ab, nämlich dem Ist-Balken und dem Zielwert. Die Farbflächen sehen immer gleich aus, egal ob das Ziel erreicht wurde oder nicht. Sie stören eher die Wahrnehmung als sie zu unterstützen.
  • Hintergrundflächen verringern den Kontrast zum Ist-Balken und Zielwert. Dadurch sind diese wesentlichen grafischen Elemente im Vordergrund schlechter zu erkennen.
  • Zielbereiche lassen sich schwer darstellen. In der Praxis gibt es nicht nur feste Zielwerte (Einzelwerte) für Schlüssel-Kennzahlen sondern oft auch Zielbereiche. Bei diesen Kennzahlen (KPI) gilt das Ziel als erreicht, solange der Ist-Wert zwischen Unter- und Obergrenze des Zielbereichs liegt.

So nutzen Sie die Idee der Bullet Graphs in Dashboards optimal

Für den Einsatz in Dashboards verwenden wir eine speziell optimierte Form von Bullet Graphs (Abb.3), welche die genannten Nachteile vermeidet und zusätzliche visuelle Features mitbringt.

Abb.3: Dashboard mit Bullet Graphs von chartisan empfohlen

  • Die vereinfachte Darstellung ohne unnötige Hintergrundflächen erlaubt einen schnellen Überblick.
  • Es werden Zielwerte (Einzelwerte) oder Zielwertbereiche (Unter-/Obergrenze) abgebildet.
  • Abweichungen werden farbig hervorgehoben: positiv (erwünscht) = grün, negativ (unerwünscht) = rot. Das Ausmaß der Abweichung ist visuell einfach erfassbar. Betrachter erkennen sofort, wo „viel“ rot oder grün aufleuchtet.
  • Die Wertebeschriftung ist platzsparend und übersichtlich in Tabellenspalten untergebracht.
  • Diese optimierte Grafikform nutzt die Stärken der ursprünglichen Bullet Graphs und ergänzt sie um eine visuelle Abweichungsanzeige. Der Detailgrad wurde so weit wie möglich reduziert, wodurch diese optimierten Bullet Graphs ideal für Listen von Kennzahlen geeignet sind.

Das gezeigte Beispiel haben wir übrigens mit einigen Tricks in Excel umgesetzt und automatisiert. Wie so oft war hier die Idee entscheidend, nicht das Tool. In diesem Sinne konnten wir Sie hoffentlich inspirieren. Sollten Sie weitere gute Ideen für Ihr Reporting suchen, kontaktieren Sie uns!

 

Sales Dashboard mit Excel

Ein kleiner Projekt-Einblick in ein übersichtlich aufgebautes Sales Dashboard. Durch die Realisierung in Excel, ohne etwaige Plugins oder VBA-Programmierung, lässt es sich komplikationslos von jedem Office-Anwender nutzen und verteilen. Die Datenaufbereitung basiert in diesem Beispiel auf Pivot-Tabellen. Eine Datenbank-Anbindung ist problemlos möglich.

Das ist keine Zauberei oder ewige Tüftelei. Versprochen!

Wenn Sie unsere Lösung interessiert, können Sie uns nach einer individuellen Lösung für Ihren Anwendungsfall fragen oder Sie besuchen ein Seminar zum Thema  >siehe Blogbeitrag hier< oder >direkt zum Seminar<  und erlernen es selbst.

 

Neues Seminar: Dashboards mit Excel realisieren

Visualisierungen auf Top-Niveau, insbesondere in Form von Dashboards, sind als wichtige Entscheidungshilfen in vielen Unternehmen längst gewünschter Standard. Markus Wolff, Geschäftsführer der chartisan GmbH, vermittelt in einem neu entwickelten dreitägigen Workshop das Praxiswissen, das für die überzeugende Realisierung von Dashboards mit Excel erforderlich ist.

 

Das Visualisierungskonzept HICHERT®SUCCESS und die IBCS-Standards bilden die Basis des Seminars „Dashboards mit Excel realisieren“. HICHERT®SUCCESS ist eines der international führenden Konzepte für das Management Information Design, das sich als theoretische Grundlage der visuellen Kommunikation bewährt hat.

Den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis schafft das neue Seminar-Angebot der HICHERT+FAISST GmbH: Im Rahmen des Workshops vermittelt Trainer Markus Wolff in praxisnahen Einheiten Gestaltungsprinzipien, führende Methoden des Dashboard-Designs und Excel-Spezialwissen. Anwendungsbereites Fachwissen zur zeitsparenden Verwendung dynamischer Tabellen und den Vorteilen interaktiver Steuerungselemente liefert „Dashboards mit Excel realisieren“ ebenfalls. Markus Wolff verfügt über langjährige Expertise in diesem Thema, ist Hichert Certified Consultant (HCC) und Geschäftsführer der chartisan GmbH, die ihren Kunden seit 2014 umfassende Visualisierungsservices bietet.

Das dreitägige Seminar richtet sich an alle Führungs- und Fachkräfte, die Visualisierungen von Geschäftsdaten in Berichten und Präsentationen einsetzen. Dazu zählen unter anderem Controlling-, Finanz- und Vertriebsprofis, Marketing-Spezialisten, Projektmanager, Unternehmensberater und Mitarbeiter in Stabsstellen, die Informationen für das Management aufbereiten.

Von der Problemstellung bis zur fertigen Lösung

Im Seminar wird der gesamte Weg der Dashboard-Gestaltung anhand praktischer Beispiele trainiert – von der Problemstellung bis zur fertigen Lösung. Die relevanten Aspekte des HICHERT®SUCCESS -Konzepts werden auf konkrete Fälle angewendet. Templates und Musterlösungen für Diagramme, Tabellen und Dashboards stehen einsatzbereit zur Verfügung. Das Seminar befähigt die Teilnehmer, selbstständig professionell gestaltete Dashboard-Seiten in Excel zu erstellen und entscheidungsrelevante Informationen in hoch verdichteter Form zu präsentieren. Ergänzend werden ausgewählte Add-Ins und Tools vorgestellt, die Visualisierungen mit Excel erleichtern können.

Das Seminar „Dashboards mit Excel realisieren“ ist ein Angebot der HICHERT+FAISST GmbH und wird von der Vereon AG an verschiedenen Veranstaltungsorten und Terminen in Deutschland und der Schweiz durchgeführt.

Interessierte finden weitere Informationen unter: www.vereon.ch/edg

Die Vorteile dieses neuen Angebotes auf einen Blick:

  • Führende Design-Methoden praxisgerecht aufbereitet
  • Persönliches Erfolgserlebnis durch Musterlösungen
  • Mit Zwischenschritten und intensiver Trainerbegleitung
  • Schneller zum Ziel mit vielen Tipps und Best-Practices
  • Unabhängiger Marktüberblick zu Visualisierungstools

Der Dashboard-Creator macht den Unterschied

Unternehmenszahlen in Diagrammen und Dashboards darzustellen, ist für viele täglich wiederkehrende Arbeit. Durch meine Tätigkeit sehe ich sehr häufig Visualisierungen und erlebe Präsentationen, die mit viel Mühe und Zeit erstellt und gezeigt wurden. Am Ende sind es eine Handvoll Tipps, die bei Beachtung den wesentlichen Qualitätsunterschied zwischen einer riskanten und einer sehr guten Visualisierung, Präsentation ausmachen. Mit einem Augenzwinkern habe ich diese für Sie zusammen gefasst – Sie brauchen sich nur noch zwischen Risiko und Chance entscheiden, denn den Unterschied macht der (oft unterschätzte) Dashboard-Creator…

 

2014-Illu-creator

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