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„Buch“-Tipp: Interaktives Dataviz Lexikon

Datenvisualisierung im allgemeinen bedeutet, abstrakte Daten und Zusammenhänge in eine visuell erfassbare Form zu bringen. Soweit so gut, doch welche Darstellungsformen gibt es außer den mir bekannten noch, wann wende ich diese an und wann sind andere Formen sinnvoller. All jenen, die sich diese Fragen auch immer mal wieder stellen, möchte ich das Projekt von Severino Ribecca vorstellen:

www.datavizcatalogue.com

 

Dieser Online-Katalog ist eine Bibliothek verschiedener Informationsvisualisierungstypen. Anfänglich diente das Projekt Ribecca zur Erweiterung des eigenen Wissens über Datenvisualisierung und als Werkzeug für die eigene Arbeit.

Er schreibt selbst über das Projekt: „However, I felt it would also be beneficial to both designers and also anyone in a field that requires the use of data visualisation. Although there have been a few attempts in the past to catalogue some of the established data visualisation methods, there is no website that is really comprehensive, detailed or helps you decide the right method for your needs.“

Und glücklicherweise versteckt Severino Ribecca das Wissen nicht, gleich auf der Startseite ist man mittendrin:

 

http://www.datavizcatalogue.com/

 

Neben dem ersten Überblick ist die Möglichkeit „Search by Function“ für Praktiker besonders reizvoll. Auch hier setzt der Initiator wieder auf eine schnell zu erfassende Bildsprache:

http://www.datavizcatalogue.com/search.html

 

Sobald Sie auf einen Icon klicken, erhalten Sie ein gut recherchiertes und aufbereitetes Wissen über den gewählten Visualisierungstyp. Jedes Darstellungsform wird mit ihrer Funktionsweise und Anwendungsmöglichkeiten dargestellt und mit Dummy-Daten visualisiert. Am unteren Ende der Beschreibung findet der Leser auch noch Hinweise auf ähnliche Darstellungsformen:

 

http://www.datavizcatalogue.com/methods/network_diagram.html

 

Es sind also maximal drei gut strukturierte Klicks bis zum Wissen um einzelne Visualisierungsformen. Ich finde dieses Projekt optisch und inhaltlich sehr gelungen, um einen Überblick zu erlangen. Vielleicht verhilft Ihnen dieser Tipp zu der einen oder anderen Inspiration für Ihre Informationsvisualisierungen?

Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen Happy Reporting 🙂

Ihre Silja Wolff

 

 

Gehören Design Thinking und Datenvisualisierung zusammen?

Ein innerer Dialog in mehreren Teilen, der begann als ein potentieller Kunde anrief und sein Anliegen so formulierte: „Wir wünschen uns einen Workshop über den Einsatz verschiedener Design Thinking Ansätze bei der Präsentation von Unternehmensdaten.“

A: Ist das nicht Elefanten auf Mücken werfen? Design Thinking und Datenvisualisierung, stimmt die Relation?

B: Kommt drauf an, z.B. wie man Design Thinking definiert und aus welcher Perspektive man Datenvisualisierung betrachtet. Nimmt man Design Thinking als einen Innovationsprozess, der den Kunden und seine Bedürfnisse in den Fokus rückt und die visualisierten Reports als Produkt bzw. Dienstleistung für einen (internen) Kunden sieht, gibt es zumindest schon mal eine Schnittfläche.

A: Ist für einen erfolgreichen Einsatz der Methode nicht mehr nötig als nur das Durchlaufen der Schritte?

B: Ja. Konsequent gedacht, hinterfragt man die vorhandene Kultur. Grundsätzlich braucht es die Bereitschaft zum Neudenken und eine nur grob planbare Verfügbarkeit verschiedenster Ressourcen. Neben dem täglichen operativen Geschäft wird es nicht gut gehen.

A: Vielleicht doch Konzentration auf das Nötige und nicht der große, „gerade vom Zeitgeist gebeutelte“ Design Thinking Ansatz für ein paar Seiten Bericht?

B: Zumindest in der Theorie lässt sich der Prozess kurz formulieren: Design Thinking ist ein offen und interdisziplinär gestalteter Iterationsprozess, der sich in fünf grobe Schritte gliedern lässt:

  1. tief in das Thema eintauchen, beobachten wie sich Nutzer verhalten, in die Rolle des Kunden schlüpfen und spüren, wie es einem mit der Dienstleistung, dem Produkt ergeht
  2. es wurde in Schritt 1 so viel Wissen gesammelt (auch zwischen den Zeilen), dass es möglich ist, das Problem konkret zu benennen und sich darauf zu fokussieren
  3. jetzt mit Kreativität zur Lösungsfindung durchstarten – alles darf gedacht werden, was hilft die Hürde zu nehmen
  4. mit einfachen Mitteln einen Prototypen erstellen
  5. diesen Prototypen am Kunden testen, Feedback einholen und bei Änderungswünschen genau hinhören… nein – nicht verkaufen, den je nach Lernergebnis können, dürfen, müssen Schritte wiederholt werden.

A: Die Prozess-Sicht verengt aber die Perspektive auf das, was möglich wäre.

B: Das ist richtig. Doch die Eingangsbitte dreht sich ja um den Einsatz von Design Thinking bei der Präsentation von Unternehmensdaten.

A: Die Bitte führt dazu, dass es nicht um das „Wie“ der Präsentation geht sondern um das „Was“, um den Inhalt. Zur Inhaltsbestimmung von Reports, zur Beantwortung von Fragen nach Entwicklungen, die vielleicht übersehen wurden oder der Qualität von Beobachtungsrastern, der Kundenperspektive in vorhandenen Kennzahlensystemen lässt sich die Methode gut nutzen.

B: Doch ehrlich, wie viele Controller und Entscheider kenne ich in der Praxis, die noch freie Kapazitäten für solch aufwändigen Prozess haben?

A: Also bleibt alles wie immer? Das kann es ja auch nicht sein…

B: In der Praxis läuft es doch so, wenn sich Organisationen für Design Thinking in umfassender Form zur Entwicklung, Verbesserung von Dienstleistungen und Produkten für externe Kunden entscheiden, dann ändert sich fast zwangsläufig auch das Reporting. Und in kleiner, fein abgestimmter Form wird die Methode genutzt für das Design oder Re-Design von Berichten, als praktikabler Weg zwischen Möglichem und Nötigem…





Interessierte können hier weiterlesen und mehr erfahren:

Informativer Blog zum Thema Design Thinking, der viele Einblicke und wissenswerte Erfahrungen vermittelt: http://www.designthinkingblog.com/

Alle, die sich zum Thema austauschen möchten, sind hier richtig: http://www.designthinkingnetwork.com/