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Wenn Gleiches zu grau-in-grau wird

Vereinheitlichen, Gleiches muss gleich aussehen – diese Aufforderung ist ein wesentlicher Schlüssel effizienter visueller Information.

In umfangreichen Berichten kann dies leicht zu seitenlanger Monotonie werden. Stellen Sie sich z.B. die Umsatzentwicklung der Gesellschaft, der einzelnen Länder und auf Filialebene vor. Im Sinne der schnellen Lesbarkeit werden Sie hoffentlich nicht den Diagrammtyp ändern oder ihr Farbkonzept über den Haufen werfen.

Wir präferieren in diesen Fällen den Einsatz von Piktogrammen. Piktogramme dienen der Orientierung und Navigation, somit auch der schnelleren Lesbarkeit. Im Gegensatz zu Signets und Markenzeichen, welche als Unterstützung einer Corporate Identity fungieren.

Piktogramme haben weitere Vorteile:

  • Sie sind auf den ersten Blick erkennbar, das gilt auch bei internationaler Verwendung.
  • Sie haben eine klare Systematik, wenn mehrere Symbole verwendet werden.
  • Sie sind für kleine Darstellungsgrößen geeignet.
  • Sie müssen nicht sprachlich gedoppelt werden.

Doch was macht ein gutes Piktogramm aus?

Ein Piktogramm ist ein Bildsymbol. Es löst beim Betrachter eine Assoziation zu einem bestimmten Begriff aus. Die Gestaltung sollte eindeutig und einfach sein. Es geht also darum, eine stark stilisierte Darstellung zu finden, die sich leicht (mit dem richtigen Begriff) assoziieren lässt.

Achten Sie außerdem darauf möglichst einfarbig in ihrer Darstellung zu bleiben. So schließen Sie von vornherein Kompatibilitätsprobleme in unterschiedlichen Ausgabemedien aus.

Piktogramme im Reporting – woher nehmen?

Präzision und Auslassung ist der Schlüssel bei der Erstellung von Piktogrammen. Nicht selten entscheidet aber der Kontext, ob sie funktionieren. Die Anforderungen an das bildliche Leitsystem eines internationalen Flughafendrehkreuzes sind selbstredend anspruchsvoller als jene an unterstützende Navigationshilfen in einem Unternehmensbericht. Das ist die gute Nachricht.

Doch auch im kleinen Fall gilt, je treffsicherer die Symbole sind, desto leichter lesbar und verständlich sind sie für den Empfänger. Wenn Sie sich für den Einsatz von Piktogrammen entscheiden, ist es eine gute Idee einmal eine passgenaue Piktogramm-Familie bzw. ein Set zu erstellen. Einfache Grundformen und simple Ideen reichen fast immer aus, um die Navigation zu gewährleisten.

Ein einfaches Beispiel: Ihre Firma produziert Autos, Motorräder und Teile für Boote. Sie verwenden also ein Auto, Motorrad und Boot als Piktogramm. Im Kontext des Reportings wird wohl niemand auf die Idee kommen nach einem Wasserwanderrastplatz (Bootspiktogramm) zu fragen. Oder, hmm… 😉

Neben eigenen Entwürfen können Sie selbstverständlich auch Piktogramm-Sets für wenig Geld kaufen und einsetzen. In unseren Reporting-Projekten erstellen wir die Piktogramme für unsere Kunden selbst, da wir so am ehesten präzise und treffsichere Darstellungen erhalten.

Wie so häufig in der Gestaltung, alles hat althergebrachte Wurzeln. Wer mehr über Piktogramme und deren moderne Wurzeln erfahren möchte, findet unter diesen Links weitere Informationen:

Otto Neurath und die Wiener Methode der Bildstatistik, später zu Isotype (International System of Typographic Picture Education) weiterentwickelt – https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Neurath

Arbeiten von Gerd Arntz, einem Mitstreiter Neuraths  – www.gerdarntz.org/isotype

Happy Reporting, Ihre Silja Wolff

Mehr inhaltliches Gemecker für 2016

Zurückgekehrt an den Schreibtisch nach ein paar ruhigeren Tagen ertappe ich mich dabei, einen gelungenen Einstieg in das Arbeitsjahr 2016 zu suchen. Dazu schalte ich kurz zurück, zu einem meiner Highlights 2015:

In diesem Projekt konzentrierten wir uns auf die Visualisierung von Daten. Es ging um ein Re-Design eines gesamten Fachbereich-Reportings. Zwangsläufig taucht man dabei tief in die Unternehmenswelt des Auftraggebers ein. Man hinterfragt, analysiert und priorisiert. Und am Ende stand die Ergebnispräsentation durch unsere Ansprechpartner vor deren Vorstand. Ich ertappte mich öfter an diesem Tag dabei, neugierig auf das Feedback zu warten. Gemeinsam hatten wir schließlich kaum einen Stein auf dem anderen gelassen.

Da klingelt das Telefon. Innerhalb kürzester Zeit befinde ich mich in einer inhaltlichen, einzelne Kennzahlen betreffenden Detaildiskussion. Hm, ich hätte schon gern auch Feedback zu unserer Arbeit ;o). Kurz vor Ende des Gesprächs frage ich dann: „Und die Visualisierungen?“ „Was ist damit?“ „Na, hatte der Vorstand Fragen oder Erklärungsbedarf zu dem neuen Design?“ „Ähm, nein – kurze Pause – wir konnten sofort inhaltlich diskutieren. Das war ungewohnt, aber toll.“
Als ich auflege, habe ich ein ganz breites Lächeln im Gesicht.

Das macht gute Visualisierung aus – sie ist unsichtbar und lässt eine Konzentration auf die Inhalte zu.

So, da ist er mein Einstieg in das Arbeitsjahr 2016: Her mit den inhaltlichen Diskussionen, die wir auch sehr gern haben, und den guten, „unsichtbaren“ Visualisierungen. Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne „Happy Reporting“!