Interessantes zu Kooperationen, Veröffentlichungen, Keynotes des Unternehmens

Noch druckfrisch ist das neue Buch von Stephen Few „Signal“ im Juni 2015 erschienen. Ich hatte gehofft heute schon eine Rezension veröffentlichen zu können, doch längere Lieferzeiten durchquerten diesen Plan. Sie wird also nachgereicht und an dieser Stelle daher eine einfache Inhaltsangabe.

Je mehr Daten wir anhäufen, desto schwieriger und aufwändiger wird die Suche nach nützlichen Informationen. Was sind nützliche Informationen? Zuerst einmal sind Daten nur eine Sammlung von Fakten. Durch den Kontext werden sie zu nützlichen Informationen. Oder wie Few sie nennt zu „Signalen“.

Genau um das Herausfiltern nützlicher Informationen aus großen Datenmengen geht es in diesem Buch. Laut eigener Angabe vermittelt das Buch die erforderlichen analytischen Fähigkeiten und liefert eine einfache, praktische Anleitung in der „täglichen Signalerkennung“. Er verwendet Visualisierungsmethoden, um ein umfassendes Verständnis der Daten zu gewinnen und Muster zu erkennen.

 

Hier der Blogartikel von Stephen Few zum beschriebenen Buch: http://www.perceptualedge.com/blog/?p=2046

 

Für Interessierte

Titel Signal
Untertitel Understanding What Matters in a World of Noise
Herausgeber Stephen Few
Auflage erschienen Juni 2015 (erhältlich in englischer Sprache)
Seiten 225
Verlag Analytics Press
Preis 38,95 € (gebundene Ausgabe)
ISBN ISBN-10: 1938377052; ISBN-13: 978-1938377051

 

Reporting Redesign – Tipps und Best-Practice-Erfahrungen

Änderungen im Reporting, das sogenannte Reporting Redesign, können aus zwei Richtungen erfolgen: top-down, ausgehend von den ranghöchsten Berichtsempfängern oder bottom-up, ausgehend von den Berichtserstellern. Größere Erfolgschancen bietet die top-down Strategie. Berichtsersteller verstehen sich dabei als Dienstleister, die neben ihrer inhaltlich-fachlichen Kompetenz auch eine neu erworbene Designkompetenz einsetzen, um die Informationsversorgung der Empfänger zu verbessern.

Interessante, hochklassige Berichte entstehen nicht durch Zufall. Sie sind leicht verständlich und vermitteln die wichtigsten, steuerungsrelevanten Informationen in übersichtlicher Form. Dafür brauchen sie eine gut abgestimmte Kombination aus relevanten Inhalten und zielgerichteter Darbietung.

Im Mittelpunkt steht der individuelle Informationsbedarf der Berichtsempfänger. Die Gestaltung von Grafiken, Tabellen und anderen Berichtselementen wird darauf ausgerichtet, die Fragen der Empfänger zu beantworten und alle relevanten Inhalte klar und verständlich zu transportieren.

Ausgangspunkt jeder Umsetzungsarbeit ist eine Person oder eine Gruppe, die einen Verbesserungsprozess einleiten möchte. Für eine erfolgreiche, nachhaltige Reporting-Optimierung hat sich ein top-down Vorgehen in drei Schritten bewährt: Umdenken – Neues Design – Softwarelösung.

Schritt 1: Umdenken einleiten und Reporting Redesign starten

Ziel der ersten Phase ist ein konkreter Handlungsauftrag des Managements an ein Projektteam oder eine Fachabteilung. Auf Basis dieses Auftrags und der dafür budgetierten Ressourcen folgen dann die nächsten Umsetzungsschritte.

Um dieses erste Ziel des Reporting Redesign zu erreichen, sollte das Management zunächst die Vorteile einer verbesserten Berichtsgestaltung verstehen. So entsteht bereits frühzeitig ein konstruktiver Dialog zwischen Berichtserstellern und Berichtsempfängern. Die Empfänger sind in den Designprozess eingebunden. Dabei entsteht eine gemeinsame, realistische Vorstellung vom angestrebten Ergebnis des neuen Reporting-Designs. Gleichzeitig können bereits erste wichtige Rückmeldungen für die nachfolgende Designphase aufgenommen werden.

In dieser Phase lässt sich auch sehr gut der tatsächliche Informationsbedarf der Zielgruppe klären: Welche Fragen sollen die Berichte beantworten? Welche Aspekte haben die höchste Priorität? Oft haben sich Berichtsteile über Jahre angesammelt. Das Reporting ist teilweise redundant und überladen. Gleichzeitig fehlen möglicherweise Übersichten und relevante Details. Saubere Strukturen und Konzentration auf das Wesentliche sind für den Erfolg der Neugestaltung entscheidend.

Schritt 2: Neues Design konzipieren

Ziel der zweiten Phase sind konkrete, detaillierte Designentwürfe für alle Berichtsseiten.

Diese Konzeptionsleistung wird hauptsächlich von einem kleinen Kernteam erbracht. Das Team besteht meistens aus Vertretern ausgewählter berichtserstellender Fachabteilungen, wie Controlling, Führungsstäben und IT. Ein erfahrener externer Spezialist kann dem Team helfen, methodisch, reflektiert und zügig zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Außerdem werden nach Bedarf Fachkräfte für Detailfragen einbezogen. Auch der Kontakt zur Zielgruppe der Berichtsempfänger ist während der Designphase wichtig um Feedback zu erhalten.

Reporting Redesign Skizze eines Reports mit Abweichung

Buch cover Phil Simon Visual organizsationWährend Few, Tufte, Cairo, Ware und viele andere vor allem effektive Visualisierung beschreiben und sich mit der Funktionsweise von Diagrammen, Charts und Infografiken auseinandersetzen, wählt Simon einen anderen Weg. In seinem Buch geht es um den Nutzen von Datenvisualisierungen für Unternehmen. Er erläutert, wie und warum eine wachsende Anzahl von Organisationen Visualisierungen von Small- und Big Data betriebswirtschaftlich nutzt.

Mit vielen Querverweisen, interessanten Links nähert sich Phil Simon in drei Teilen dem Thema. Im ersten Teil liefert der Autor Hintergrundwissen, Informationen zum heutigen Stand der Datenvisualisierung. Er geht ein auf die verfügbaren Kategorien von DataViz-Anwendungen und Diensten. Kurz wird auch das Thema berührt, wie technik- und datenversierte Mitarbeiter die Arbeitswelt verändern.

Mit Fallbeispielen untermauert Simon seine Idee der visuellen Organisation in Teil 2 des Buches konkreter. Hier benennt er Werkzeuge zur Datenanalyse und Visualisierung. Er zeigt den Unterschied auf zwischen traditioneller IT-Struktur und den Herausforderungen einer visuellen Organisation. Es geht ihm nicht um einen kompletten Umbruch vorhandener Strukturen, sondern um eine sinnvolle Weiterentwicklung, die sich aus der Einbeziehung wachsender Datenmengen ergibt.

Von der Metaebene aus betrachtet der Autor im dritten Teil verschiedene Entwicklungsstufen einer visuellen Organisation. Er stellt Schlüsselfragen, gibt Hinweise zu Best-Practice-Beispielen und räumt mit weit verbreiteten Mythen auf. In diesem Teil des Buches kommt die Praxiserfahrung von Phil Simon als Berater und ausgezeichneter Autor mehrerer Management-Bücher besonders zum Tragen. Viele Argumente und Mythen, die er aufgreift und beantwortet, sind dem am Thema interessierten Leser sicher schon begegnet. Mit einem Ausblick auf aktuelle Trends schließt dieses Buch.

Fazit

Das Buch ist unterhaltsam und flüssig geschrieben. Viele Querverweise, interessante Linktipps und Hinweise zu kostenfreien und kostenpflichtigen Tools liefern eher Denkanstöße und Entertainment, denn „abzuarbeitende Fachlektüre“. Aus meiner Sicht ist es als Einstieg in das Thema betriebswirtschaftlicher Nutzung von Daten interessant. Hier werden Möglichkeiten aufgezeigt und der Blick für das Potential des Themas geschärft.

Leser, denen das Potential welches im Thema Datenvisualisierung steckt, klar ist, geht das Buch eventuell nicht genug ins Detail. Wichtige Fragen zur Datenherkunft, Erschließung neuer Datenquellen bleiben unbeantwortet. Die Praxisbeispiele beziehen sich auf IT- bzw. Online-Unternehmen, wo klarerweise viele Daten anfallen und die effiziente Einbeziehung der Kundensicht eine elementare Rolle spielt. Die Frage nach der Relevanz für traditionelle Branchen bleibt relativ unbeantwortet. Ebenso fehlen Handlungsanleitungen zur konkreten Organisationsentwicklung.

Wie schon im ersten Absatz des Fazits geschrieben, das Buch liefert viele Fragen und Denkanstöße. Von daher lohnt sich aus meiner Sicht ein Blick in das Buch. Denn „in a world of Big Data, data visualization serves as an indispensable tool. Along with human judgment, it is perhaps the most valuable means of comprehension.”

 Für Interessierte

Titel The visual organization
Untertitel data visualization, big data, and the quest for better decisions
Herausgeber Phil Simon
Auflage erschienen Dezember 2013 (erhältlich in englischer Sprache)
Seiten 202
Verlag John Wiley & Sons, Inc., Hoboken, New Jersey
Preis 40,69 € (Print)
ISBN Print: 978-1-118-79438-8 (Hardcover); E-Book: 978-1-118-85841-7

 

Wer mehr von dem Autor lesen möchte: http://www.philsimon.com/blog/

 

 

Buchcover Reporting und Business Intelligence vom Haufe Verlag

Daten so darzustellen, dass strukturelle Zusammenhänge, relevante Eigenschaften der Daten schnell und intuitiv erfasst werden können, ist das primäre Ziel der Informationsvisualisierung. Gerade im Bereich Controlling, immer mehr auch in den Fachabteilungen, ist die Visualisierung von Geschäftszahlen Tagesgeschäft.

Der vorliegende Band der Herausgeber Klein/Gräf hat sich dem Thema Reporting und BI praxisnah gewidmet.Das Buch ist gegliedert in vier Kapitel mit insgesamt 15 Autorenbeiträgen. Es spannt den Bogen von der Konzeption eines Management Reporting über praktikable Umsetzungsregeln bis hin zur organisatorischen und technischen Einbindung in Unternehmen.

Praxiserprobte Tipps und Hinweise erhält der Leser für die Herangehensweise an die Konzeption eines Berichts. Er erfährt Gestaltungs- und Kommentierungsregeln anhand von Vorher-Nachher-Beispielen.

Spannend für Fachinteressierte ist die Betrachtung des Hichert SUCCESS-Modells aus verschiedenen Perspektiven. Einerseits wird der Einsatz in der Praxis durch M. Wolff detailliert thematisiert. Andererseits diskutieren H. Drews, S. Schilling das Konzept SUCCESS kontrovers und zeigen praktische Grenzen auf.

Das vierte Kapitel widmet sich der Visualisierung im BI-Bereich und schließt mobile BI-Lösungen ein. Der Leser bekommt in einem Großteil der Artikel einen Überblick über Anwendungen und Entwicklungen von BI geliefert. Im letzten Kapitelbeitrag erhält der Leser sehr detailliertes Excel-Wissen zum Thema Kennwortschutz vermittelt.

Fazit

Für Interessierte am Thema mit vorhandenen Basiskenntnissen gibt das Buch einen guten Überblick zum Thema. Wertvoll sind die anwendungsbereiten Gestaltungs- und Kommentierungshilfen, sowie die Anleitungen zur Konzeption eines Management Reporting. Insgesamt ist der thematische Bogen sehr weit gefasst und kann daher nicht mit allen Beiträgen genug Detailtiefe für den geübten Fachmann bieten.

Durch die unterschiedlichen Fachautoren und einen Standpunktbeitrag im Kapitel 1 ergibt sich für den Leser ein Bild der aktuellen Entwicklungen im Controlling-Bereich. Dies könnte insbesondere für fachfremde Leser von Interesse sein.

Neben hervorragenden Beispielabbildungen finden sich jedoch auch solche, die das intuitive Erfassen von Daten, das Erkennen struktureller Zusammenhänge nicht gewährleisten. Das ist schade, zumal sich alle Autoren über die hohen Anforderungen an eine Informationsvisualisierung einig sind. Hier wurde mögliches Potential verschenkt, schadet aber nicht dem Gesamtergebnis einer praxisnahen Herausgabe von Fachartikeln.

 Für Interessierte

Titel Reporting und Business Intelligence
Untertitel Berichte klar gestalten, effizient erstellen, prägnant kommentieren
Herausgeber Andreas Klein/Jens Gräf
Auflage 2. Auflage 2014
Seiten 280
Verlag Haufe-Lexware GmbH & Co.KG
Preis 69,00 € (Print)
ISBN Print: 978-3-648-04771-2; ePDF: 978-3-648-04925-9

 

Data Visualization – Unternehmenszahlen in Diagrammen und Dashboards darzustellen, ist für viele täglich wiederkehrende Arbeit. Durch meine Tätigkeit sehe ich sehr häufig Visualisierungen. Ich erlebe Präsentationen, die mit viel Mühe und Zeit erstellt und gezeigt wurden. Am Ende sind es eine Handvoll Tipps, die bei Beachtung den wesentlichen Qualitätsunterschied zwischen einer riskanten und einer sehr guten Visualisierung, Präsentation ausmachen. Mit einem Augenzwinkern habe ich diese für Sie zusammen gefasst – Sie brauchen sich nur noch zwischen Risiko und Chance entscheiden, denn den Unterschied macht der (oft unterschätzte) Dashboard-Creator…

 

Poster Wie gute Data Visualization den Unterschied macht